
- Das neue Album von Jürgen Schwab - JNM
Eigentlich wollte Jürgen Schwab Arzt werden. Sein Medizinstudium hat er bis zum Physikum durchgezogen, dann aber zur Musikpädagogik gewechselt, unter anderem am Berklee College of Music in Boston studiert und in der hessischen Universitätsstadt Gießen promoviert. Ihm sind "das beste Buch, das je über Jazz in Deutschland gedruckt wurde" (Siegfried Schmidt-Joos, SFB), "Der Frankfurt Sound - eine Stadt und ihre Jazzgeschichte(n)", zu verdanken sowie Konzertkritiken in der FAZ und im hessischen Rundfunk. Aber Jürgen Schwab ist auch ein hervorragender Gitarrist, Komponist, Arrangeur und Sänger. Seine in 2010 produzierte CD "Heute noch“ ist der beste Beweis. Jürgen Schwab überzeugt bei allen Songs durch nachdenklich-ironische Texte, ideenreiche Arrangements mit kongenialer Instrumentalbegleitung, die durch Elke Diepenbecks stimmliche Verstärkung ein zusätzliches Sahnehäubchen erhalten.
Jazzige Elemente, die mitreißen - professionelle und ideenreiche Arrangements
Seiner Liebe zum Jazz hat Jürgen Schwab in dem 2010 erschienenen Album "Heute noch" einen festen Platz eingeräumt. Wunderbare Saxophonsolos von Jan Beiling wie beim heftig swingenden Blues "Frauenschwarm" lassen das Herz eines jeden Jazz-Fans ein paar Takte schneller schlagen. "Der alte Fritz", ein Stück, das Jürgen Schwab seinem Freund Fritz Rau, dem legendären Konzertveranstalter und Jazz-Freund, gewidmet hat, sprüht vor Witz, Zuneigung und jazzigen Elementen. Da fetzt der Bass (Hanns Höhn) im Hintergrund, Andreas Neubauer an den Drums gibt den Rhythmus vor, Gitarre und E-Piano (Ulf Kleiner) gestalten das Leitmotiv und führen die Melodie vielschichtig weiter.
Gefühlvoll und schmeichelnd - Rock, Blues, Jazz und Emotionen
Kraftvoller Blues, ein bisschen Rock, viel Jazz, aber noch viel mehr Gefühl schwingen in den Liedern mit, die von Jürgen Schwab komponiert, getextet und arrangiert wurden. Die Inhalte erzählen vom prallen Leben, stimmen bisweilen nachdenklich, stürzen aber den Zuhörer durch ihre ironischen Passagen keineswegs in depressive Stimmung. Im Gegenteil, sie sind eher erheiternd und erinnern fast schon liebevoll an die eigenen Schwächen. Hierbei setzt Jürgen Schwab musikalische Akzente mit der Gitarre und erzeugt durch sein virtuoses Spiel ein Gänsehautgefühl. Entspannende, zarte Töne und mitreißender Rhythmus halten sich dabei die Waage, so dass nie Langeweile aufkommt.
"Streets of Philadelphia" einziger Cover-Song
Zwölf der Titel auf der CD "Heute noch" stammen einzig und allein aus der Feder von Jürgen Schwab. Einen Cover-Song hat er als letztes Stück ausgewählt, vermutlich deshalb, weil er sich dabei an der Gitarre so richtig austoben und Bruce Springsteens vielfach ausgezeichnete Ballade "Streets of Philadelphia" mit virtuoser Zupfmusik untermalen kann. Das klingt ganz anders als das Original von Bruce Springsteen – eben nach Jürgen Schwab.
Infos zur CD "Heute noch"
Jürgen Schwabs CD "Heute noch" ist erschienen bei "jazz’n more records", JNM 1003 und kostet 18,99 Euro beim Bezug über Amazon. Wer das Album direkt bei Jürgen Schwab bestellt, zahlt 15 Euro zuzüglich 2 Euro Versandkosten. Dazu gibt es ein Heft mit allen Texten zu folgenden Titeln (außer "Streets of Philadelphia"):
1. Autumn coloured day
2. Fang einfach an
3. Heute noch
4. Keine Zeit
5. Quarante ans
6. Lass sie gehen
7. Der alte Fritz
8. Zipperlein
9. Total verpeilt
10. Frauenschwarm
11. Schnee
12. Mich selbst verlorn
13. Streets of Philadelphia
Hörproben einzelner Titel gibt es auf der Homepage von Jürgen Schwab.
Linktipp: Der Blues, Fritz Rau und Biber Herrmann.
